Montag, 4. August 2014

Monsun!

So… 
Dieses wird also der erste ausländische Blogeintrag. Gestern Abend haben wir nach ewig langer Reise endlich unser Projekt erreicht. Samstag um halb sechs ging‘s ab Richtung Flughafen. Nach Zwischenstops in Amsterdam und Neu Delhi (10 Stunden Aufenthalt bei denen wir die Warteräume wegen Überfüllung gar nicht betreten durften und übermotiviertes Flughafenpersonal es leider auch nicht für angebracht hielt, dass man sich zum Dösen auf den Boden legt) landeten wir dann ca. 15:15 Ortszeit am Sonntag in Guwahati.


Schiphol Airport
Versuch in Neu Delhi zu schlafen
Dort begrüßte Johanna, mich und die anderen drei Freiwilligen aus anderen Projekten gleich unser erster Monsunschauer, der sich aber eher als ein angenehm frisches Platschen herausstellte. Außerdem begrüßte uns ein ganzes Komitee aus Sisters uns Fathers  - angeführt von Father Benni -, verlud uns in einen ziemlich rüstigen Geländewagen und heizte mit uns die drei Stunden zu unserem Projekt nach Nagaon. Auf den Straßen herrschte das erwartete indische Kuddelmuddel. Die Hupe war sozusagen im Dauerbetrieb und ersetzt hier Spiegel und Blinker. J Die Hälfte von uns musste unangeschnallt bleiben, alle paar Meter musste eine Vollbremsung oder ein radikales Lenkmanöver wegen Schlaglöchern, querschießender Tata-Busse oder orangerot gekleideter hinduistischer Pilgerreisender gemacht werden. Aber dass tatsächlich alle 100m Kühe auf den Straßen herumliefen und wir sogar unsere ersten zwei Elefanten sahen, darauf war ich nicht eingestellt. Die Landschaft ist wirklich wunderschön. Serpentinenstraßen winden sich an Reisfeldern vorbei durch nebelverhangene, unglaublich grüne, urwaldlich bewachsene Berge.
Nach einem kleinen Zwischenstop auf der Hälfte der Strecke, bei dem ein paar Schwestern in einer Nachbarschule ein Essen für uns vorbereitet hatten, erreichten wir Nagaon dann gegen halb sieben. Wohlbemerkt ist es hier ab ca. 18:00 stockdunkel. Tropen halt. J Johanna und ich bezogen einen seperaten Bereich im Gebäude der Fathers, der aus zwei großen Zimmern, einem Bad mit zwei Toiletten und einem riesigen Flur besteht. Dort wurden dann gestern und heute direkt die ersten Erfahrungen mit indischen Sanitäranlagen gesammelt. Für Caro J: Obwohl Father Benni überaus rücksichtsvoll Toilettenpapier bereitgestellt hatte und eine der Toiletten sogar europäischen Standards entsprechend über Sitz und Spülung verfügt, mussten natürlich auch die Berührungsängste mit der Loch-in-Boden-, bzw. Wasser-zum-Abspülen-Variante gesammelt werden. Gar nicht so einfach. 


Zum Duschen lässt man einfach Wasser in einen Messbecher-artigen Becher und gießt alles in einem riesigen Schwall über Kopf und Boden. Sehr wassersparend und gar nicht unangenehm. Das brauchen wir wahrscheinlich auch dreimal am Tag.

Das Schulgelände ist riesengroß. Es besteht aus vielen unterschiedlichen Gebäudeteilen, in denen die unterschiedlichen Altersgruppen untergebracht sind. Die Fathers ließen uns am ersten Tag jedoch erst einmal ausschlafen und in Ruhe ankommen, sodass wir morgen das ersten Mal den Unterrichtsbetrieb kennenlernen. Wir wurden sehr, sehr herzlich empfangen, haben auch schon einige der Schwestern und Fathers kennengelernt. Heute haben wir herausgefunden, dass die Küche die Mahlzeiten in den ersten Tagen extra für unseren empfindlichen Magen milder zubereitet. Das ist mal Gastfreundschaft. J

1 Kommentar:

  1. Hört sich ja abenteuerlich an! :)) Ich wünsch dir ganz viel spaß!:)

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