Dieses wird also der erste ausländische Blogeintrag.
Gestern Abend haben wir nach ewig langer Reise endlich unser Projekt erreicht.
Samstag um halb sechs ging‘s ab Richtung Flughafen. Nach Zwischenstops in
Amsterdam und Neu Delhi (10 Stunden Aufenthalt bei denen wir die Warteräume
wegen Überfüllung gar nicht betreten durften und übermotiviertes
Flughafenpersonal es leider auch nicht für angebracht hielt, dass man sich zum
Dösen auf den Boden legt) landeten wir dann ca. 15:15 Ortszeit am Sonntag in
Guwahati.
Dort begrüßte Johanna, mich und die anderen drei Freiwilligen aus
anderen Projekten gleich unser erster Monsunschauer, der sich aber eher als ein
angenehm frisches Platschen herausstellte. Außerdem begrüßte uns ein ganzes
Komitee aus Sisters uns Fathers -
angeführt von Father Benni -, verlud uns in einen ziemlich rüstigen
Geländewagen und heizte mit uns die drei Stunden zu unserem Projekt nach
Nagaon. Auf den Straßen herrschte das erwartete indische Kuddelmuddel. Die Hupe
war sozusagen im Dauerbetrieb und ersetzt hier Spiegel und Blinker. J Die Hälfte von uns musste
unangeschnallt bleiben, alle paar Meter musste eine Vollbremsung oder ein
radikales Lenkmanöver wegen Schlaglöchern, querschießender Tata-Busse oder
orangerot gekleideter hinduistischer Pilgerreisender gemacht werden. Aber dass tatsächlich
alle 100m Kühe auf den Straßen herumliefen und wir sogar unsere ersten zwei
Elefanten sahen, darauf war ich nicht eingestellt. Die Landschaft ist wirklich wunderschön.
Serpentinenstraßen winden sich an Reisfeldern vorbei durch nebelverhangene,
unglaublich grüne, urwaldlich bewachsene Berge.
| Schiphol Airport |
| Versuch in Neu Delhi zu schlafen |
Nach einem kleinen Zwischenstop auf der Hälfte der Strecke,
bei dem ein paar Schwestern in einer Nachbarschule ein Essen für uns
vorbereitet hatten, erreichten wir Nagaon dann gegen halb sieben. Wohlbemerkt
ist es hier ab ca. 18:00 stockdunkel. Tropen halt. J Johanna und ich bezogen einen
seperaten Bereich im Gebäude der Fathers, der aus zwei großen Zimmern, einem
Bad mit zwei Toiletten und einem riesigen Flur besteht. Dort wurden dann
gestern und heute direkt die ersten Erfahrungen mit indischen Sanitäranlagen
gesammelt. Für Caro J:
Obwohl Father Benni überaus rücksichtsvoll Toilettenpapier bereitgestellt hatte
und eine der Toiletten sogar europäischen Standards entsprechend über Sitz und
Spülung verfügt, mussten natürlich auch die Berührungsängste mit der
Loch-in-Boden-, bzw. Wasser-zum-Abspülen-Variante gesammelt werden. Gar nicht
so einfach.
Zum Duschen lässt man einfach Wasser in einen Messbecher-artigen
Becher und gießt alles in einem riesigen Schwall über Kopf und Boden. Sehr
wassersparend und gar nicht unangenehm. Das brauchen wir wahrscheinlich auch
dreimal am Tag.
Das Schulgelände ist riesengroß. Es besteht aus vielen
unterschiedlichen Gebäudeteilen, in denen die unterschiedlichen Altersgruppen
untergebracht sind. Die Fathers ließen uns am ersten Tag jedoch erst einmal
ausschlafen und in Ruhe ankommen, sodass wir morgen das ersten Mal den
Unterrichtsbetrieb kennenlernen. Wir wurden sehr, sehr herzlich empfangen,
haben auch schon einige der Schwestern und Fathers kennengelernt. Heute haben
wir herausgefunden, dass die Küche die Mahlzeiten in den ersten Tagen extra für
unseren empfindlichen Magen milder zubereitet. Das ist mal Gastfreundschaft. J
Hört sich ja abenteuerlich an! :)) Ich wünsch dir ganz viel spaß!:)
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