Nach den ersten paar Tagen, in denen wir versucht haben uns
in den normalen Tages- und Unterrichtsablauf der Christ Jyoti School
einzufinden, fand heute der erste Tag des Youth Festival der Schule statt. Bei
dem Festival, das zwei Tage andauert, findet eine Art Kulturwettkampf zwischen einzelnen
Schülern der unterschiedlichen Häusern der Schule statt. (Harry Potter-mäßig
sind die Schüler auf das grüne, blaue, rote und gelbe Haus verteilt.) Hierbei gibt
es verschiedene Kategorien: Heute standen „Traditional Indian Singing“, Drama,
Standbild, Free Speech und Drawing auf dem Programm. Morgen folgt dann noch „Traditional
Indian Dancing“. Die Lehrer fungieren als Jury. Besonders spannend war es
heute, die Kategorie Drama zu beobachten. Hierbei setzten sich die Schüler aktiv
mit sozialkritischen Themen auseinander. Es blieben auch Themen nicht aus, die
in Deutschland sofort mit Indien assoziiert werden, z.B. die Abtreibung bzw.
das Weggeben weiblicher Neugeborener, männliche Dominanz und die Stellung der
Frau. Das eine Auseinandersetzung bzw. ein Bewusstsein für diese kritische
Rollenverteilung besteht, hatte ich schon im Privatgespräch mit Mrs. Pompa - der
Klassenlehrerin, deren Nursery Klasse ich als Assistenz zugeteilt bin – gemerkt.
Dass dies jedoch auch in der Schule offen thematisiert wird überraschte mich
dann doch. J
Nach Ende des Programms gab es dann noch ein bisschen „offene
Bühne“, bei der Schüler freiwillig vor dem Schulpublikum etwas singen dürfen.
Auch ich wurde von Sister Jisam mit reichlicher Unterstützung von meinen
Mitfreiwilligen Johanna und Zoe auf die Bühne gezerrt. Gott sei Dank fiel mir
gerade noch rechtzeitig ein Lied ein, bei dem ich mir einigermaßen sicher war
den Text zu können. Auch wenn ich von mir aus niemals allein auf diese Bühne
gegangen wäre und ich sehr aufgeregt war, war es sehr schön und hinterher habe
ich mich gefreut. Die Schüler gehen sofern wir das bis jetzt mitbekommen allgemein
sehr positiv und wertschätzend miteinander um und auch ich bekam hinterher viel
liebe, positive Rückmeldung von den Schülern. J
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| Verkleidete Schülerinnen des "Drama-Contest" |
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| Schülerinnen (rechts die sehr nette Tochter unserer Köchin) |
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| Margret (unsere Assamese-Lehrerin) und ihr 9-Monate alter Sohn Robert zu Hause in den Colonies |
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| Frauen in den Colonies weben die Schals, die in Assam traditionell den Gästen überreicht werden. |
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| Johanna, Schülerinnen in den Farben der verschiedenen Häuser und Ich |
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| Erste traditionelle Kleidung: Kurta und Salwar |
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