Hallo ihr Lieben,
das Spannendste an so einem interkulturellen Austausch sind
ja die Kleinigkeiten und Eigenarten in der Kultur uns gerade im Verhalten der
Menschen, die einem plötzlich bewusst werden, über die man sich sonst nie
Gedanken machen würde und wodurch einem die eigene kulturelle Prägung ganz
plötzlich bewusst wird. Da diese Erkenntnisse bei Berichten über Ausflüge etc.
immer ein wenig zu kurz kommen, werde ich jetzt
mal versuchen, diese Eindrücke in kleinen „Anekdoten“ wiederzugeben. Natürlich
sind diese von den eigenen Verhaltensweisen abweichenden Muster für einen
selbst erst einmal oft etwas befremdlich. Ich hoffe trotzdem, dass ich in
meinen Äußerungen nicht irgendwie zu schnell werdend und gerade abwertend
klingen. Berücksichtigt das! J
Indien und Körperkontakt
An diesem Wochenende ist mir bewusst geworden, wie sehr der
Deutsche seinen halben Meter Mindestabstand zum nicht vertrauten Nebenmann gewöhnt
ist uns braucht. Eine Berührung mit jemand Unbekanntem wird in Deutschland eher
vermieden bzw. sehr reduziert gehalten. In Indien scheint mir das anders zu
sein. Dadurch, dass hier einfach wahnsinnig viele Menschen auf engem Raum leben
(in meiner Klasse, deren Raum eher kleiner als meine früheren Klassenräume ist,
sind ja 52 Kinder) besteht ein anderes Verhältnis zu Körperkontakt. Das führt
bei mir, als „Abstands-Deutscher“ auf leichte Gereiztheit. Die Leute drängeln
sich radikal überall durch, stehen so dicht, dass Dauerberührung mit völlig
Fremden nicht zu vermeiden ist, halten sich ohne zu fragen an dir fest etc. Das
wirkt auf den ersten Blick ein oft ein bisschen grob und übergriffig, ist aber
manchmal auch nett und nur eine Frage der Gewöhnung. Ein bisschen Desensibilisierung
tut mir da wahrscheinlich auch ganz gut. J
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